Die Ernährung von Frettchen sollte überwiegend aus frischem, rohem Fleisch (ausgenommen Schweinefleisch) sowie aus ganzen Futtertieren bestehen. Ergänzend kann ein hochwertiges Trockenfutter zur freien Verfügung angeboten werden, wenn es nicht immer möglich ist, ausreichend Frischfleisch bereitzustellen. Eine artgerechte Ernährung ist grundsätzlich auch ohne den Einsatz von industriellem Fertigfutter möglich.
Frettchen müssen alle drei bis vier Stunden Nahrung aufnehmen, da sie ansonsten schnell unterzuckern können. Wird Trockenfutter gefüttert, ist darauf zu achten, dass der Fleischanteil mindestens 80 Prozent beträgt. Es sollte weder Getreide noch Zucker enthalten sein; je geringer der Kohlenhydratanteil, desto besser.
Geeignete Trockenfutter sind beispielsweise:
- Power of Nature / Cats Country „Meadowland“
- Power of Nature / Cat Fee’s Favorite
- Applaws
- Wildcat „Etosha“
- Orijen Cat & Kitten
Viele im Zoofachhandel angebotene Trockenfutter speziell für Frettchen sind hingegen eher ungeeignet, da ihr Proteingehalt zu niedrig ist.
Optimal ist eine Fütterung, die ausschließlich aus rohem Fleisch, Knochen, Knorpel, Innereien, Fett sowie ganzen Futtertieren besteht, etwa Mäusen, Küken, Ratten, Kaninchen, Hamstern oder Wachteln. Futtertiere dürfen niemals lebend verfüttert werden; dies ist in Deutschland verboten. Tiefgekühlte Futtertiere können jedoch problemlos über den Fachhandel oder online bezogen werden. Bei der Suche nach geeigneten Bezugsquellen unterstützen wir Sie gerne.
Geeignete Fleischsorten für Frettchen sind unter anderem:
- Geflügel
- Wild
- Fisch (bitte ausschließlich thiaminasefrei)
- Rind (wird von manchen Frettchen weniger gut vertragen)
- Pferd
- Innereien wie Herzen und Mägen, immer in Kombination mit Knochen-, Knorpel- und Fettanteilen
Da Frettchen ihr Futter häufig „bunkern“, sollten täglich alle Ecken auf Futterreste kontrolliert werden. Spätestens nach zwölf Stunden müssen diese entfernt werden. Als Futtertiere eignen sich adulte Mäuse oder Ratten besonders gut, da ihr vollständig entwickeltes Knochengerüst einen höheren Nährwert und Calciumgehalt aufweist als beispielsweise Eintagsküken.
Nassfutter sollte möglichst nicht regelmäßig verfüttert werden. Durch das fehlende Kauen wird die Zahnreinigung nicht ausreichend gefördert, was langfristig zu Zahnstein führen kann, der nur kostenintensiv tierärztlich entfernt werden kann. Auch Trockenfutter eignet sich nicht zur Zahnreinigung. Eine natürliche Zahnpflege wird ausschließlich durch das Fressen von Knochen und Knorpel in Kombination mit Fleisch erreicht.
Obst, Gemüse und Milchprodukte sind für Frettchen vollkommen ungeeignet und dürfen nicht verfüttert werden. Der Darm von Frettchen kann diese Nahrungsmittel nicht verwerten. Sie liefern keinen Nutzen, können den Darm schädigen und enthalten zudem Zucker, der langfristig die Bauchspeicheldrüse belastet. Dies kann zur Entstehung von Insulinomen (Tumoren der Bauchspeicheldrüse) führen, die nicht heilbar sind. Zusätzlich besteht das Risiko eines Darmverschlusses durch unverdauliche Bestandteile.
Ein ausgewogener Futterplan sollte stets Muskelfleisch, Fett, Knochen beziehungsweise Knorpel sowie Innereien enthalten. Leber darf aufgrund ihres sehr hohen Vitamin-A-Gehalts nur selten gefüttert werden, etwa ein- bis zweimal im Monat. Alle anderen Bestandteile sollten im Idealfall täglich verfüttert werden. Ganze Futtertiere sollten möglichst täglich, mindestens jedoch viermal pro Woche angeboten werden.
Fleisch wird grundsätzlich immer roh verfüttert.
