Von verspielten kleinen Wuseln bis zu älteren Frettchen – wir helfen jedem Tier, ein sicheres und liebevolles Zuhause zu finden. Dabei unterstützen wir Halter, Interessierte und Tierheime mit Rat, Tat und viel Herz.

Erkältungskrankheiten bei Frettchen

Winterzeit ist Grippezeit – Frettchen sind anfällig für Grippe. Sie können sich bei Ihren Menschen damit anstecken.
Das liegt an ihren Lungen Rezeptoren. Diese sind unseren so ähnlich, dass sie leider ideale Wirte für die echte Grippe sind.

Aber auch mit vielen menschlichen Erkältungsviren und Corona stecken sie sich an.

Mögliche Ansteckungswege

  • von Mensch zu Tier (und umgekehrt)
  • von Tier zu Tier
  • von Tierart zu Tierart

Mögliche Übertragungswege

Die Übertragung erfolgt durch

  • Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten)
  • engen Kontakt wie Kuscheln

Symptome

Diese sind bei Frettchen und Menschen sehr ähnlich

  • Niesen
  • Husten
  • Atemgeräusche
    treten häufig als erste Anzeichen auf.
  • Nasenausfluss
    Meist klar, kann bei Sekundärinfektionen aber gelblich/zähflüssig werden.
  • Fieber
    Die Tiere wirken schlapp und die Ohren fühlen sich meist sehr heiß an.

Die normale Körpertemperatur eines Frettchens liegt zwischen 37,8°C und 39,2°C. Alles darüber ist Fieber und sollte zeitnah beim Frettchen Kundigen Arzt abgeklärt werden

  • Lethargie – Appetitlosigkeit

Die  Frettchen schlafen viel mehr als sonst und verweigern eventuell das Futter.
In einigen Fällen hilft es, das Futter leicht anzuwärmen.

Achtet in jedem Fall darauf, dass die Tiere genug fressen, und sucht im Zweifelsfall einen frettchenerfahrenen Tierarzt auf

  • Tränende Augen

Verlauf – wann sollte man den Tierarzt hinzuziehen

In den meisten Fällen verläuft die Grippe bei gesunden, erwachsenen Frettchen mild und klingt innerhalb von 7 bis 14 Tagen ab.

Vorsicht Tierarzt erforderlich bei Auftreten dieser Symptome

  • Wenn Fieber auftritt

Fieber bei Frettchen ist oft sehr gefährlich und kann ein Hinweis auf eine beginnende Lungenentzündung sein

Temperatur messen

Sicherheit gibt hier ausschließlich die rektale Messung mit einem digitalen Thermometer.

Das Ermitteln der Temperatur gestaltet sich mit Hilfe einer 2. Person am einfachsten,  hierzu kann man das Tier zusätzlich mit Paste ablenken.

Vorsicht ist geboten wenn die Tiere nicht genug trinken

Frettchen dehydrieren schnell. Achtet also stets darauf, dass sie genug trinken und ihre Mundschleimhaut feucht und elastisch ist.

Der Hautfalten-Test: Um Dehydrierung (Austrocknen) zu prüfen, zieht man vorsichtig die Nackenhaut nach oben. Bleibt die Falte stehen und glättet sich nicht sofort, sollte umgehend ein Tierarzt aufgesucht werden.

Das Frettchen verweigert Futter

  • Frettchen haben  einen extrem schnellen Stoffwechsel, dies kann  innerhalb weniger Stunden zu Leberschäden oder zu einer lebensbedrohlichen Unterzuckerung führen.
  • Maulatmung oder blaufärbung der Mundschleimhäute 

Achtung:
Hier liegt Atemnot vor.

Risiko Patienten 

  • Welpen
  • Ältere Tiere
  • Tiere mit Vorerkrankungen

Bei ihnen reichen oft die eigenen Abwehrkräfte nicht aus, um die Viren effektiv zu bekämpfen.

  • Gesunde, adulte Tiere werden lethargisch

Es ist nicht schlimm, wenn eure Frettchen viel schlafen.
Sollten Sie aber teilnahmslos sein , apathisch oder nicht auf Ansprache reagieren,  sollte auch hier umgehend ein Tierarzt kontaktiert werden.

Behandlung 

  • Medikamente

Hier berät euch der Tierarzt am besten.

Gegen Grippeviren selbst gibt es kein direktes Heilmittel für Frettchen. Der Tierarzt verschreibt aber oft Schleimlöser, um die Atmung zu erleichtern und bei der Gefahr einer bakteriellen Sekundärinfektion auch Antibiotika.

Eigenmedikation ist absolut Tabu

Seht auf jeden Fall von einer Eigenmedikation ab und folgt dem Rat eines Tierarztes.

Viele uns harmlos erscheinende Medikamente wie Aspirin, Paracetamol und Ibuprofen sind für die Wusels bereits in kleinsten Mengen hochgiftig bis tödlich.

Flüssigkeit

Achtet penibel darauf, dass euer Tier trinkt.
Habt ihr den Eindruck, das Tier trinkt zu wenig, bietet häufig Wasser zusätzlich aus einer Einwegspritze ( ohne Nadel) an.

Ruhe und Wärme

Ein ruhiger, zugfreier Platz hilft dem Immunsystem. Haltet eure Frettchen deshalb warm und zugfrei, bis sie wieder gesunden.

Luftfeuchtigkeit

Die Atemwege unterstützend wirkt eine etwas erhöhte Luftfeuchtigkeit.

  • Legt ein feuchtes Handtuch in der Nähe der Stelle aus, an der das kranke Tier gerade schläft.

Verwendet keine ätherischen Öle , diese können Bronchospasmen auslösen

Inhalieren/Vernebler 

Inhalieren dem Patienten gut und beschleunigt die Heilung.

Hierzu eignet sich isotonische Kochsalzlösung (0,9 % NaCl) erhältlich in jeder Apotheke.

Besonders effizient funktioniert dies über einen Ultraschallvernebler/Kaltvernebler, den ihr günstig online beziehen könnt.

Er erzeugt einen kalten oder lauwarmen feinen Nebel (Aerosol). Diese Tröpfchen sind so winzig, dass sie bis tief in die Bronchien (die unteren Atemwege) vordringen und dort den Schleim lösen können.

Anleitung Inhalation bei Frettchen

Für die Behandlung setzt ihr die kranken Tiere einfach in eine Transportbox, stellt vor der Box den Vernebler auf und legt über das Gerät und die Transportbox ein Handtuch.

Das Mundstück so platzieren, dass der Nebel leicht in die Box zieht.

Der Drucktastenschalter des Gerätes kann leicht mit einem Gummiband fixiert werden.
Ein Inhalations Vorgang sollte etwa 10 bis 15 Minuten dauern und kann bis zu 4 x täglich erfolgen,  meist reicht bereits 2x täglich aus.

Bitte lasst euren Patienten während der Anwendung nicht lange aus den Augen

Vorbeugen statt behandeln

Was ihr  tun könnt, damit eure Wusel erst gar nicht krank werden

  • Kontakt vermeiden, wenn man selbst krank ist.

Auch bereits dann, wenn ihr das Gefühl habt krank zu werden.

  • Abstand halten

Es herrscht absolutes Kuschelverbot!

Um ganz sicher zu gehen, könnt ihr auch die Pflege der Frettchen auf gesunde Familienmitglieder oder Freunde übertragen

  • Besondere Hygiene 

Hände waschen und desinfizieren, bevor ihr Futter oder Wasser wechselt.

Achtung, die Viren bleiben auch an Kleidung haften!

  • Maske tragen

Wenn ihr das Frettchenzimmer oder -gehege reinigen müsst, schützt eine Maske euer Tier vor ansteckenden Tröpfchen.

  • Quarantäne

Um zu vermeiden, dass sich gesunde Tiere an bereits kranken Tieren anstecken, macht es Sinn, den Bestand in bereits kranke und noch gesunde Tiere zu unterteilen und sie vorübergehend räumlich zu trennen, damit die noch gesunden Tiere sich gar nicht erst bei den kranken Wuseln anstecken.

Achtung: erkrankte Tiere können auch noch einige Tage nach dem Abklingen der Symptome ansteckend sein.

Dieser Text dient der Information und ersetzt keinen Besuch beim Tierarzt. Bei Krankheitsanzeichen ist immer fachmedizinischer Rat einzuholen.

Bitte vergewissert euch immer, dass es sich um einen für Frettchen kompetenten Tierarzt handelt.